Thorsten Stelter

Wupperberglauf, 2013Mein Name ist Thorsten Stelter und Laufen ist mein Leben.

Das ist nicht einfach nur so dahingesagt. Nein, Laufen ist in der Tat mein Lebenselixier.  Der Laufsport hat wesentlich mein Leben verändert und ich kann sogar behaupten, dass das Laufen mein Leben gerettet hat.  Dazu später mehr.

Ich möchte mich daher erst einmal kurz vorstellen und Euch erzählen, wie ich zum Laufen kam:

Mit dem Laufen habe ich 2006 gegen Ende meines Studiums angefangen. Ich war übergewichtig und musste Blutdruckmedikamente nehmen. Diese Entwicklung hätte ich mir nie träumen lassen. Ich war als Kind und in meiner Jugend ein leistungsorientierter Sportler.  In der Kindheit habe ich zunächst mit dem Schwimmsport begonnen.  Auf dem Gymnasium begann ich dann mit dem Turnen und der Leichtathletik. Bei letzterer bin ich schließlich hängengeblieben.  Neben der Leichtathletik bin ich dann zum Basketball gekommen. Sport war damals ein Hauptbestandteil meines Freizeitlebens.

Im Studium haben sich dann die Prioritäten verschoben. Ich habe das Kochen für mich entdeckt. Leider habe ich nicht sehr gesund gekocht bzw. mich gesund ernährt, was dazu führte, dass ich am Ende meines Studiums 100kg gewogen habe. Das scheint für manche vielleicht nicht viel zu sein. Für mich war es das aber. Ich hatte gesundheitliche Probleme und wirklich wohl habe ich mich auch nicht mehr gefühlt.

So entschloss ich mich, etwas gegen mein Übergewicht zu tun und fing mit dem Laufen an. Es war eine Qual. Ich schaffte am Anfang keine 800m. Doch aufgeben wollte ich nicht. Also blieb ich am Ball. Meine Ernährung habe ich ebenfalls umgestellt. Es war am Anfang jedoch sehr frustrierend, da sich am Gewicht nicht wirklich viel getan hatte. Es hat ca. 3-4 Monate gedauert, bis sich mein Gewicht signifikant verringerte. Mein Gewicht heute schwankt zwischen 72 und 75kg. Seit dem Jahr 2011 muss ich auch keine Medikamente mehr nehmen. Das Laufen hat mir hier das erste Mal das Leben gerettet.

2008 habe ich mich dann für die erste Laufveranstaltung angemeldet –  den Köln-Marathon. Eigentlich wollte ich an einem ganz anderen Lauf teilnehmen: dem Hermannslauf. Dieser war jedoch leider ausgebucht. Ein Kollege meinte dann zu mir: „Wenn Du den „Hermann“ laufen willst, dann kannst Du auch gleich einen schönen flachen Stadt-Marathon laufen.“ Er hatte recht.

Auch wenn das Wetter nicht wirklich mitspielte, war der Köln-Marathon eine gelungene Premiere. Ich hatte Blut geleckt, auch wenn ich direkt nach dem Lauf sagte: „Nie wieder!“

2011 bin ich dann auf die Ultradistanzen gewechselt. Die Distanzen jenseits des Marathons übten stets eine Faszination auf mich aus. Die Distanzen wurden immer länger und ich laufe immer noch sehr gerne sehr lang 🙂 Die längste Strecke, die ich bis jetzt am Stück und nonstop gelaufen bin, beträgt 230 km. Diese Strecke habe ich im Rahmen der TorTour de Ruhr 2016 bewältigt.

Ende 2011/Anfang 2012 kam es dann zu einem schweren Einschnitt in meinem Leben.  Ich erkrankte an einer schweren Depression, die mich aus dem Leben gerissen hat und mich heute immer noch begleitet. Ich hatte zeitweise sehr destruktive Gedanken und musste überlegen, ob ich mich nicht vielleicht besser stationär behandeln lasse.

Das Laufen hat mir jedoch die Kraft gegeben, mich wieder ins normale Leben zu kämpfen. Es hat mir Struktur und Kraft gegeben. Da eine Depression eine potentiell tödliche Krankheit ist, kann man sagen, dass mir das Laufen hier zum 2. Mal das Leben gerettet hat:

  1. Durch das Laufen habe ich abgenommen und muss keine Blutdruckmedikamente mehr nehmen.
  2. Ich bin der Depression „davongelaufen“.

Die Depression und der Laufsport haben mein Leben und die Sicht auf die Dinge wesentlich verändert. Mir sind die Dinge im Leben bewusst geworden, die mir wirklich wichtig sind. Ich habe daher mein Leben radikal geändert und meine Karriere als Rechtsanwalt so gut wie an den Nagel gehängt. Ich gebe zu, ganz kann ich davon nicht lassen, so dass ich hin und wieder Mandate annehme. Aber es ist nicht mehr meine Haupttätigkeit und wird es auch nicht mehr sein. Mittlerweile bin ich als Laufcoach und Personal Trainer tätig und möchte meine Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe, an meine Kunden weitergeben. Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen gesünder, aber vor allem bewusster, leben. Wir haben nur ein Leben und das sollte uns immer bewusst sein. Wir sollten das Leben genießen und nicht alles so ernst nehmen. Seid gelassener und entspannter und wenn Ihr etwas in Eurem Leben ändern wollt, dann ändert es.

Mit diesem Blog möchte ich nun meine Leidenschaft mit Euch teilen. Ich möchte Euch an meinen Läufen, Projekten und Gedanken, die nicht immer unbedingt mit dem Laufen zu tun haben müssen, teilhaben lassen. Sie sollen zum Denken anregen und Impulse geben.

Ich freue mich daher auf das Projekt „Thorsten Stelter – Laufen aus Leidenschaft“.

Euer Thorsten

6 Gedanken zu „Thorsten Stelter“

  1. Hallo Thorsten,
    es hat mir gefallen, was Du geschrieben hast. Schau die mal in Ruhe meine Seite an, (die leider noch lange nicht fertig ist). Die Berichte zu den einzelnen Läufen sind noch lange nicht vollständig, ich werde einmal ein Buch darüber schreiben, deshalb kann und will ich noch nicht alles veröffentlichen. Wenn ich sage „ich werde einmal“, dann ist mir natürlich bewusst, dass fast alle Menschen sagen, „ich werde mal“ oder “ wenn ich Rentner bin“. Doch diese Phase habe ich hinter mir, ich habe alles getan, was ich tun wollte (oder musste) und alles gesehen, was ich wollte. Das hört sich hochtrabend an, aber glaube mir, es ist so. Ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben hat dazu geführt.
    Du hast das Zeug und die Einstellung noch große Dinge im Leben zu bewegen. Du kannst (und ich bin überzeugt, du wirst) auch etwas auf die Beine stellen, von dem Du heute noch nichts weist was , aber es wird etwas Großes sein wird. Schau Dir den 24 Std. Lauf in Reken an. Entstanden aus einer Bierlaune. Jetzt kommen Menschen von überall her, um in Klein-Reken den Berg zu umkreisen. Ist das nicht verrückt?
    Ich bin 1997 nach Mailand geflogen um Olaf Thon im Endspiel des UEFA Cups zu sehen. Jetzt kommt er zu mir.
    Das meine „Aktion LebensFenster“ bis jetzt (ohne 2014) ca. 100.000 Euro an den Kinderhospitverein gespendet hat, dass es eine Aktion LebensFenster Österreich“ gibt, dass zwei Rekener Grundschulen sogenannte „Grüne Klassenzimmer“ haben, entstand aus einer reinen Bierlaune.
    Die meisten Menschen glauben nicht, was Sie bewegen können, wenn Sie nur wollen. Kurt Marti sagte einmal:
    „Wo kämen wir hin,
    Wenn alle sagten:
    „Wo kämen wir hin“,
    Und niemand ginge ,
    um zu schauen,
    wohin man käme,
    Wenn man ginge.
    Du hast das Potential, ein ganz besonderer Mensch zu werden.
    Ich hoffe, Du nutzt es.
    Alles Liebe
    Rainer

    1. Lieber Rainer,
      vielen Dank für Deine Worte. Ich muss gestehen, dass ich jetzt erst einmal sprachlos bin. Daher möchte ich Deine Worte auch nicht weiter kommentieren.
      Nur soviel: Deine Idee, der 24-Stundenlauf und der Erfolg geben Dir Recht. Mach weiter so. Ich bin auch im nächsten Jahr wieder dabei.
      Lieben Gruß
      Thorsten

  2. Lieber Thorsten,

    eine so persönliche und auch noch interessant und nachvollziehbar geschriebene „Einführung“ in deinen Blog macht schon jetzt Lust auf mehr- ich freu mich auf viele kommende Beiträge von dir 🙂

    LG, Susanne

    1. Liebe Susanne,
      ich möchte einfach von Anfang an ehrlich sein. Man soll merken, dass das was ich tue, mit Herz und Seele geschieht. Ich weiß auch, dass ich bei manchen Personen mit dieser Offenheit anecken werde, aber das ist nunmal so. Man kann nicht jeden glücklich machen. Mich freut es bzw. es wird mich freuen, wenn ich durch meine Gedanken andere Menschen bewege. Wir werden sehen.
      Liebe Grüße
      Thorsten

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