define('DISALLOW_FILE_EDIT', true); define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":683,"date":"2018-05-27T15:45:22","date_gmt":"2018-05-27T15:45:22","guid":{"rendered":"http:\/\/thorsten-stelter.laufstil-duesseldorf.de\/?p=683"},"modified":"2019-03-20T16:54:57","modified_gmt":"2019-03-20T16:54:57","slug":"tortour-de-ruhr-2018-460km-nonstop-eine-nachbetrachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thorsten-stelter.laufstil-duesseldorf.de\/?p=683","title":{"rendered":"TorTour de Ruhr 2018 – 460km nonstop – Eine Nachbetrachtung"},"content":{"rendered":"
Eine Woche ist es nun her. Die TorTour de Ruhr. Eine Woche, in der vieles einfach mal sacken und ich meine Eindr\u00fccke verarbeiten konnte. 460km in 103 Stunden. Ein immens langer Zeitraum. Und eigentlich unm\u00f6glich, wirklich alles in Worte zu fassen.\u00a0Daher m\u00f6chte ich jetzt auch keinen ausschweifenden Bericht \u00fcber die Strecke an sich schreiben. Das haben nun schon ganz viele getan und ich sauge diese Berichte f\u00f6rmlich auf. Ich freue mich \u00fcber jeden einzelnen, der sich an das Abenteuer \u201eTorTour de Ruhr\u201c gewagt hat. Es ist auch egal, ob man sie schafft oder nicht. Jeder einzelne ist ein Held. Ich m\u00f6chte mich mit meinen Blog auf einige pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke beschr\u00e4nken. Und ich m\u00f6chte mich am Ende bei den Menschen bedanken, die das Abenteuer erm\u00f6glicht haben.<\/p>\n
Auch wenn die TorTour f\u00fcr mich am Ende ein Erfolg war, so hatten wir doch auch mit einer Menge Probleme zu k\u00e4mpfen. Es gab Streitigkeiten und an einigen Stellen haben wir auch nicht sonderlich klug und vern\u00fcnftig gehandelt, was auf der ersten H\u00e4lfte der Strecke fast zu einem vollst\u00e4ndigen Scheitern des gesamten Projekts gef\u00fchrt hat. Damit m\u00f6chte ich es aber auch beruhen lassen, denn das, was auf der Strecke passiert ist, soll auch auf der Strecke bleiben. Wir waren alle in einer Extremsituation und da ist rationales Handeln manchmal einfach nicht mehr m\u00f6glich. Ich bin letztendlich froh, dass wir dann in Winterberg aber gemeinsam entschieden haben, dass wir das Projekt fortf\u00fchren. Doch was mich nach wie vor traurig stimmt, ist, dass ich den Lauf nicht mehr gemeinsam mit Anja beenden konnte. Ich hoffe, Deiner Sehne geht es wieder besser, so dass Du bald wieder die Laufstrecken der Welt rocken kannst.<\/p>\n
Die wundervollen Momente des Laufs \u00fcberwiegen jedoch. In Erinnerung wird mir immer der Start in Duisburg an der Rheinorange bleiben. So viele liebe Menschen, die uns auf die Strecke geschickt haben. Ich h\u00e4tte nie damit gerechnet, dass so viele Menschen daran teilhaben wollten. Aber es war so und es war sch\u00f6n.<\/p>\n
Auch die zahlreichen Laufbegleiter, die wir auf der Strecke immer wieder hatten, Dirk, Carsten, Claudia…Das war gro\u00dfartig.<\/p>\n
Toll war auch der VP 437 von Bernd Krayer ganz am Anfang. Damit hatten wir nicht gerechnet und es tat so gut, Euch zu sehen.<\/p>\n
Der R\u00fcckweg von Winterberg nach Duisburg war besonders bewegend. Hier war es dann ja so, dass wir dann irgendwann von den 230er und 160er L\u00e4ufern eingeholt worden sind. Man kam mit den anderen L\u00e4ufern ins Gespr\u00e4ch und mit vielen bin ich auch gro\u00dfe Strecken zusammen gelaufen. Hier f\u00e4llt mir ein 230er L\u00e4ufer aus Frankfurt ein, Mark. Wir haben uns kurz vor Fr\u00f6ndenberg getroffen und sind lange Zeit zusammen gelaufen und haben sch\u00f6ne Gespr\u00e4che gef\u00fchrt.<\/p>\n
Die Herzlichkeit, die uns an den offiziellen VP\u00b4s entgegengebracht worden ist, war wundervoll. Das fing schon in Arnsberg an. Hier habe ich dann auch die Starter der 100 Meilen getroffen. Danke auch noch einmal an das Fitnessstudio, wo ich mich jeweils auf dem Hin- und R\u00fcckweg duschen konnte. Erst wollte ich gar nicht duschen, aber Ricarda meinte, dass das gut tun w\u00fcrde. Gut, dass ich es getan habe. Es hat jedes Mal neue Lebensgeister geweckt. Unglaublich, was eine solche Dusche bewirken kann.<\/p>\n
Ich habe aber nicht s\u00e4mtliche VP\u00b4s mitbekommen. Daf\u00fcr war ich dann doch zu langsam, so dass manche schon am zusammenpacken waren. Die beiden letzten VP\u00b4s sind mir dann aber wieder in besonderer Erinnerung geblieben. VP 42 am Baldeneysee und VP 23 unter der Mintarder Br\u00fccke. Die Stimmung war super und die Energie der Teams dort schwappte auch auf mich und das Team \u00fcber. Danke noch einmal daf\u00fcr.<\/p>\n
Aber ich hatte auch meine Tiefpunkte. Der schlimmste Tiefpunkt war Samstagabend gegen 21 Uhr. Eigentlich wollte ich noch das Kanu-Vereinsheim erreichen, wo die 100km-L\u00e4ufer starteten. Ich war noch ca. 3 Stunden davon entfernt und es ging auf einmal nichts mehr. Mein K\u00f6rper und Geist wollten auf einmal nicht mehr. Mir kamen hierbei die Tr\u00e4nen und ich musste heulen. Gladys, meine Radbegleitung zu diesem Zeitpunkt, hat aber k\u00fchlen Kopf bewahrt. Sie hat das Team angerufen und Bescheid gegeben. Das Team meinte dann:\u201c Thorsten, wir machen jetzt Pause. Denk jetzt nicht mehr an den VP. Wir machen Pause und Du gehst jetzt schlafen. Und wenn es mir nach der Schlafpause immer noch nicht gut gehen sollte, dann k\u00f6nnen wir immer noch abbrechen.\u201c Ich habe dann 5 Stunden geschlafen. 5 Stunden, die mir wirklich gut taten. Wir entschieden, weiter zu machen. Und die ersten Kilometer lief ich dann begleitet von Martina durch dichten Nebel. Ein mystischer Moment.<\/p>\n
Generell haben mir die Schlafpausen w\u00e4hrend der TorTour gut getan. Ich hatte insgesamt 4 Schlafpausen. Hierbei war die Letzte mit 5 Stunden die auch die l\u00e4ngste Schlafpause.<\/p>\n
Ein anderer Aspekt, der mir stets geholfen hat, ist meine t\u00e4gliche Meditationspraxis. Ich meditiere t\u00e4glich und diese Meditationspraxis ist meine t\u00e4gliche Seelenreinigung. Hierdurch kann ich mit negativen Erlebnissen besser umgehen. Sie bestimmen mein Denken dann nicht mehr und k\u00f6nnen mich auch nicht in eine negative Gedankenspirale mitrei\u00dfen. Gedanken sind nur Gedanken. Sie sind nicht real. Der Geist produziert sie st\u00e4ndig. Aber soll schnell Gedanken entstehen, so schnell verschwinden sie auch. Man muss lernen, sich nicht davon mitrei\u00dfen zu lassen. Dar\u00fcber hinaus versuche ich auch, mich beim Laufen in einen meditativen Zustand zu versetzen, was allerdings am Ende solcher Strapazen nicht mehr so gut gelingt. Aber es ist schon interessant, wozu der Geist in der Lage ist, wenn man ihn trainiert.<\/p>\n
Eine weiterer Aspekt, der den Lauf zum Erfolg gef\u00fchrt hat, war die Lauftaktik auf den letzten 50km. Hier hatten Gladys und Bj\u00f6rn sich eine konsequente Intervalltaktik ausgedacht, da wir bemerkten, dass ich fast nur noch gegangen bin. Wir fingen an mit 10 Min. laufen und 10 Min. gehen. Sp\u00e4ter verk\u00fcrzten wir die Intervalle auf 4:30 Min. laufen\/gehen. Das brachte Abwechslung und wir kamen auch so wieder schneller voran. Das tat den Beinen auch gut.<\/p>\n
Die letzten Kilometer waren dann die bewegendsten. Immer wieder schossen mir Tr\u00e4nen ins Gesicht. Man wurde von den anderen Crews mit angefeuert. Als dann die Rheinorange ins Blickfeld r\u00fcckte, \u00fcbermannten mich meine Gef\u00fchle. Ein unbeschreibliches Gef\u00fchl, welches ich nicht in Worte fassen kann. Daher belasse ich auch. Ich behalte mir dieses Gef\u00fchl im Herzen und sp\u00fcre noch immer die Tr\u00e4nen im Gesicht.<\/p>\n
Damit m\u00f6chte ich auch schlie\u00dfen. Ich m\u00f6chte mich bedanken, bei Anja, Martina, Gladys, Bj\u00f6rn, Susanne, Noah und Tim. Anja, ich denke immer gerne an Deine fr\u00f6hliche Art zur\u00fcck. Martina, die mich in meinen schwierigsten Momenten aufgefangen und mich mit ganzem Herzen durch die TorTour gebracht hat. Gladys, die stets motivierende Worte fand und mit ihrer herzlichen Art das gesamte Team motivierte. Bj\u00f6rn, der mich ebenfalls mit seinen Worten unerm\u00fcdlich motivierte und auch immer wieder zum lachen brachte. Susanne, die immer einen k\u00fchlen Kopf bewahrte und mich bis zur Teamabl\u00f6sung weiter begleitet hat. Noah, der mit seiner ruhigen und vern\u00fcnftigen Art immer wieder motivierende Worte fand. Und Tim, der uns mit seinen Massagen gute Dienste leistete.<\/p>\n
Danke auch noch einmal an Ricarda und Jens, die mal wieder eine grandiose TorTour auf die Beine gestellt haben.<\/p>\n
Schlie\u00dflich m\u00f6chte ich mich noch einmal bei Jens f\u00fcr das Telefonat im Nachgang der TorTour bedanken. Deine Worte haben alles perfekt beschrieben und motivieren f\u00fcr kommende Projekte.<\/p>\n
Euer Thorsten<\/p>\n
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