<\/svg><\/span><\/a><\/li><\/ul><\/div>Seit Teil 3 der Achtsamkeitsreise ist einige Zeit vergangen. Doch nun soll es weitergehen und ich m\u00f6chte mich heute mit 2 neuen Achtsamkeitspraktiken besch\u00e4ftigen.<\/p>\n
Der Atemraum<\/span><\/strong><\/p>\nZun\u00e4chst m\u00f6chte ich mich dem “Atemraum” widmen. Der Atemraum ist eine Mini-Meditation, die sich wunderbar im Alltag integrieren l\u00e4sst.<\/p>\n
Oftmals stellt es sich f\u00fcr viele Menschen als \u00a0schwierig dar, Achtsamkeit in den doch recht gesch\u00e4ftigen Alltag zu bringen. Wir hetzen von Termin zu Termin, m\u00fcssen dies und das erledigen und auch noch diese E-Mail bearbeiten. Und am besten alles gleichzeitig. Hierdurch verlieren wir uns wieder im Tun-Modus und k\u00f6nnen den Augenblick, den jetzigen Moment, nicht mehr wahrnehmen. Wir wirken gestresst und denken: “Wie soll ich das alles nur schaffen?”.<\/p>\n
Mit dem Atemraum ist es m\u00f6glich, den Augenblick wieder bewusst zu machen und so eine ver\u00e4nderte Haltung gegen\u00fcber dem, was gerade geschieht, einzunehmen. Wir k\u00f6nnen wieder in den Sein-Modus umsteigen und aus dem Autopiloten aussteigen. Dies versetzt uns in die Lage, in m\u00f6glicherweise schwierigen Situationen eine andere Haltung einzunehmen und so eine angemessenere Reaktion herbeizuf\u00fchren. Hierdurch kann eine neue Freiheit entstehen und vielleicht er\u00f6ffnen sich ganz neue Wahlm\u00f6glichkeiten, um auf das eingehen zu k\u00f6nnen, was in unserem Leben innen und au\u00dfen geschieht.<\/p>\n
Der Atemraum funktioniert so und Du bist herzlich dazu eingeladen, dies auch f\u00fcr Dich auszuprobieren:<\/p>\n
\nSchritt: Bewusst werden<\/li>\n<\/ol>\nNimm zun\u00e4chst bewusst eine aufrechte und w\u00fcrdevolle Haltung ein. Ob Du nun stehst oder sitzt, ist v\u00f6llig egal. Schlie\u00dfe nun die Augen und richte Deine Aufmerksamkeit auf Dich selbst und Dein inneres Erleben und stelle Dir folgende Fragen:<\/p>\n
Was geht mir gerade durch den Kopf? Was nehme ich gerade wahr? Welche Gef\u00fchle sp\u00fcre ich gerade in diesem Moment? Was f\u00fchle ich im K\u00f6rper?<\/p>\n
Versuche das, was ist, das, was Du gerade sp\u00fcrst, einfach nur wahrzunehmen und zu erkennen. Dies kann angenehm, aber auch unangenehm sein. Wenn es Dir hilft, fasse es sogar in Worte.<\/p>\n
2. Schritt: Sich sammeln und Kontakt mit dem Atem aufnehmen<\/p>\n
Richte nun die Aufmerksamkeit auf den Atem und nimm die k\u00f6rperlichen Empfindungen des Atems wahr. Sp\u00fcre das Einatmen…wie sich die Bauchdecke hebt…sp\u00fcre das Ausatmen…wie sich die Bauchdecke wieder senkt. Sp\u00fcre den Luftzug an der Nase, im Rachenraum oder wo Du sonst noch den Atem sp\u00fcrst. Gelange durch den Atem ins “Hier und Jetzt”.<\/p>\n
3. Schritt: Ausweiten der Aufmerksamkeit<\/p>\n
Weite nun die Aufmerksamkeit vom Atem langsam auf den ganzen K\u00f6rper aus, auf Deine Haltung und auch Deinen Gesichtsausdruck. Bleibe f\u00fcr mehrere Atemz\u00fcge in voller Pr\u00e4senz und sp\u00fcre in Dich hinein. Tauchen Gef\u00fchle von Unbehagen auf oder sp\u00fcrst Du Spannungen oder Widerstand, erkenn dies und atme in diese Empfindung hinein und auch wieder heraus und werde so weich und offen. Du kannst auch zu Dir sagen: “Das, was da ist…es ist in Ordnung. Ich sp\u00fcre es und ich nehme es an.”<\/p>\n
Recke und Strecke Dich und versuche solange wie m\u00f6glich die Aufmerksamkeit zu bewahren.<\/p>\n
Der so beschriebene Atemraum bietet uns die M\u00f6glichkeit, eine Auszeit zu nehmen, einen Ausstieg aus dem st\u00e4ndigen Gr\u00fcbeln um Vergangenheit oder Zukunft. Der Blickwinkel wird sich ver\u00e4ndern, so dass wir neu und anders handeln k\u00f6nnen.<\/p>\n
Das offene Gewahrsein<\/span><\/strong><\/p>\nBislang habe ich in meiner Achtsamkeitsreihe Praktiken beschrieben, die die Achtsamkeit immer in Bezug auf einen bestimmten Gegenstand richtete. Wir haben dadurch gelernt, den Fokus der Achtsamkeit immer auf einen bestimmten Aspekt unserer Erfahrung zu richten und so unsere F\u00e4higkeit kultiviert, achtsam zu sein. Hierdurch konnten wir die Fertigkeit erlernen, in schwierigen Situationen einen anderen Standpunkt einzunehmen, so dass wir nicht mehr von negativen Gedankenstr\u00f6men mitgerissen werden. Ein wichtiger Schritt auf der Suche nach dem Gl\u00fcck in uns.<\/p>\n
Ich habe Euch gezeigt, wie man die Achtsamkeit auf den Atem lenkt, auf die Empfindungen des K\u00f6rpers, auf Gedanken und Gef\u00fchle, seien sie angenehm, neutral oder unangenehm. Man kann dies noch weiter f\u00fchren, indem man die Achtsamkeit auf Bewegung, D\u00fcfte, Ger\u00e4usche, Geschmack etc. ausdehnt.<\/p>\n
Die Achtsamkeit, die wir hier aufgebracht haben, ist aber immer die gleiche. Bei der n\u00e4chsten Meditationspraxis werden die verschiedenen Str\u00e4nge des Achtsamkeitstrainings vereint. Hier zeigt sich, dass die einzelnen \u00dcbungen Teil eines einzigen wahren und nahtlosen Ganzen sind.<\/p>\n
Die nun folgende Meditation des offenen Gewahrseins ist die\u00a0 wahrscheinlich schwierigste Form der Achtsamkeit, da wir den Fokus nicht mehr auf einen bestimmten Gegenstand richten. Es klingt vielleicht zun\u00e4chst einfach, nur dazusitzen und an nichts zu denken. Es ist nur die Achtsamkeit und das Bewusstsein da. Absolut waches Bewusstsein. Ihr werdet feststellen, dass dem nicht so ist und so ben\u00f6tigt man f\u00fcr diese Meditationsform viel \u00dcbung. Aber es lohnt sich, denn hierdurch lernen wir die Achtsamkeit in seiner reinsten Form kennen und lernen die Welt und uns kennen, wie sie wirklich sind. Wir kommen zu mehr Gelassenheit, da wir uns von negativen Gedanken und Gef\u00fchlen nicht mehr mitrei\u00dfen lassen. Wir erkennen die Sch\u00f6nheit der Natur und lernen wom\u00f6glich das Gl\u00fcck kennen.<\/p>\n
Fangen wir an:<\/p>\n
\nSetze Dich hin und schlie\u00dfe Deine Augen. Richte zun\u00e4chst die Aufmerksamkeit auf Deinen Atem und verbleibe f\u00fcr eine Weile dabei.<\/li>\n Lasse den Atem los und richte nun Deine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen im K\u00f6rper. Wandere durch Deinen K\u00f6rper. Was f\u00fchlst Du? Sind irgendwo Schmerzen? Dann richte Deine Konzentration auf den Schmerz. Erkenne ihn und nimm ihn an. Sp\u00fcrst Du ein Kribbeln? Nimm es wahr. Vielleicht f\u00fchlst Du auch nichts. Das ist auch vollkommen in Ordnung.<\/li>\n Richte nun Deine Aufmerksamkeit auf die Ger\u00e4usche, die Du wahrnimmst. Versuche nicht, sie zu orten und benenne sie nicht. Nimm sie einfach nur als Ger\u00e4usche wahr.<\/li>\n Nach einer Zeit gehst Du mit Deiner Achtsamkeit zu Deinen Gedanken. Was geht Dir gerade durch den Kopf? Welche Bilder siehst Du? Halt Dich nicht an diesen Bildern fest, sondern lasse sie ziehen. Lass sie wandern wie Wolken, die am Himmel vorbeiziehen.<\/li>\n Lass Deine Gedanken los und widme Dich nun Deinen Gef\u00fchlen. Manche Bilder werde Gef\u00fchle wachrufen. Das ist ganz normal. Nimm diese Gef\u00fchle wahr. Was sind es f\u00fcr Gef\u00fchle? Sind es angenehme Gef\u00fchle oder unangenehme, wie \u00c4rger, Wut etc.? Erlaube alles, was da ist, da zu sein. Gef\u00fchle geh\u00f6ren zum Menschsein dazu. Lass Dich aber von einem eventuellen Gef\u00fchls- und Gedankenstrom nicht mitrei\u00dfen. Wenn dem so ist, konzentriere Dich kurz wieder auf Deinen Atem.<\/li>\n Was immer Du sp\u00fcrst in Deinem K\u00f6rper, egal welche Gedanken oder Gef\u00fchle auftauchen, begegne Ihnen mit einer interessierten, freundlichen und wohlwollenden Haltung. Sei Dir immer gewahr, dass Gef\u00fchle und Gedanken sich stark beeinflussen k\u00f6nnen und wir verlockt sind, sie f\u00fcr substanziell zu halten. In Wirklichkeit sind sie nichts als fl\u00fcchtige Ph\u00e4nomene. Je weniger Bedeutung wir ihnen beimessen, umso leichter kann man sie ziehen lassen und umso weniger Einfluss haben sie auf uns. Lass Dich nicht von Ihnen erschrecken, sondern nimm sie in liebevoller Aufmerksamkeit wahr und so verlieren sie auch ihren Schrecken.<\/li>\n Wann immer es Dir nun m\u00f6glich ist, versuche nun, die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Objekt loszulassen. Versuche nach und nach s\u00e4mtliche Objekte der Achtsamkeit loszulassen und erlaube Dir, einfach hier zu sitzen und ganz da zu sein. Alles darf aufsteigen und wieder vergehen ohne einen bestimmten Bezugspunkt. Du ruhst nun in der Achtsamkeit selbst und nimmst alles wahr, was da ist. Alles, was sich von Augenblick zu Augenblick zeigt, der Atem, Ger\u00e4usche, D\u00fcfte, Gedanken, Gef\u00fchle. Alles kommt und alles vergeht. Einfach da sein und an nichts festhalten.<\/li>\n Am Anfang wirst Du wahrscheinlich von Bildern und Gef\u00fchlen mitgerissen. Aber nach und nach wirst Du merken, dass alles still wird. Es wird sich eine Erfahrung der vollkommenen Ruhe einstellen. Dieser Moment wird vielleicht nur sehr fl\u00fcchtig sein, aber bemerke es und nimm es wahr. Lass es einfach geschehen.<\/li>\n<\/ol>\nJon Kabat-Zinn vergleicht das Gewahrsein mit dem Weltraum: “Wenn wir uns auf diese Praxis einlassen, wird uns vielleicht immer mehr bewusst, welch ein Unterschied besteht zwischen den Gegenst\u00e4nden, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten wollen und dem Raum des Gewahrseins, in dem all unsere Erfahrungen erscheinen. Die Gegenst\u00e4nde k\u00f6nnte man sich als Himmelsk\u00f6rper vorstellen, die im Weltraum h\u00e4ngen. Im offenen Gewahrsein werden wir selbst zu dem Raum, der alles h\u00e4lt, was im jeweiligen Moment dort erscheint. Das Gewahrsein ist grenzenlos\u00a0wie der Weltraum, es hat keine Grenzen oder Enden. Wir sind eingeladen, uns in diesem Gewahrsein niederzulassen.”<\/p>\n
Ich m\u00f6chte das einfach mal so stehen lassen. Was es f\u00fcr den jeweiligen Menschen bedeutet, muss jeder f\u00fcr sich selbst herausfinden. Das sch\u00f6ne ist, es gibt kein richtig und kein falsch. Alles ist gut.<\/p>\n
In meinem n\u00e4chsten Beitrag m\u00f6chte ich Euch ein sch\u00f6ne neue Meditationsform vorstellen, die im Buddhismus bekannte Metta-Meditation. Sie wird auch Liebende-G\u00fcte-Meditation genannt. Dies wird dann vorerst die letzte formelle Meditations\u00fcbung sein. Nat\u00fcrlich werde ich weiter \u00fcber Achtsamkeit und Meditation schreiben, aber dann nicht mehr so streng an bestimmten Formen oder Methoden angelehnt.<\/p>\n
Ich hoffe, Euch hat auch heute wieder mein Beitrag gefallen und w\u00fcnsche Euch weiterhin eine wundervolle Woche.<\/p>\n
Euer<\/p>\n
Thorsten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"