Ein Tag der Muße

Am letzten Sonntag habe ich einen Tag der Muße eingelegt. Eigentlich war für das Projekt „Düsseldorf – Leipzig“ ein langer Lauf von 70km geplant. Mein Körper und mein Geist wollten allerdings nicht. Ich hatte zuvor eine recht trainings- und arbeitsreiche Woche und mein Körper verlangte nach einer Pause. Und diese Pause habe ich ihm gegeben. Pausen sind wichtig. Regeneration ist wichtig.

Aber darf man den langen Trainingslauf einfach so ausfallen lassen?

Ja, darf man. Ein Trainingsplan muss so etwas aushalten können. Und mal ganz ehrlich. Was bringt es, ein Training knallhart durchzuziehen, wenn Spaß und Motivation auf der Strecke bleiben? Körper und Geist brauchen ihre Pausen.

Doch nun zurück zur Muße.

Muße, was ist das überhaupt? Nach dem Duden bedeutet Muße freie Zeit und innere Ruhe, um etwas zu tun, was den eigenen Interessen entspricht. Manchmal wird Muße auch mit Nichtstun gleichgesetzt.

Nichtstun. Darf man das?

Ganz klar, JA!

Und es ist so wichtig für Körper und Geist. In der Antike war die Muße hoch angesehen, um wieder schöpferische Kraft zu erlangen. Dort wurde Muße auch gleichgesetzt mit Ruhe, Verzögerung, Langsamkeit. Erst später und vor allem der Protestantismus hat sich gegen jeden Müßiggang gewandt. Wer kennt nicht den Spruch: „Müßiggang ist aller Laster Anfang“?

So ein Quatsch!!!

Wir sollten alle wieder den Müßiggang lernen. Dabei darf man aber nicht meinen, dass jede Freizeitbeschäftigung Muße ist. Oftmals meinen wir, unsere gesamte Freizeit auch wieder zu verplanen mit vermeintlich schönen Dingen. Alles wird durchorganisiert, geplant und getaktet, doch die Erholung bleibt meistens auf der Strecke.

Einfach mal nichts tun.

Ich weiß, das ist für viele Menschen unvorstellbar und wir haben das in unserer Gesellschaft verlernt, weil all unser Tun mit Leistung und Effizienz gleichgesetzt wird. Aber muss unsere Freizeit auch danach ausgerichtet sein? Ich denke nicht. Wir sollten uns wieder trauen einfach mal nichts zu tun. Wir sollten dem Müßiggang wieder eine Chance geben. Es lohnt sich.

Wie sah also mein Sonntag aus?

Ausschlafen, frühstücken, ein bisschen Meditation, ein bisschen Yoga und ansonsten einfach nur NICHTSTUN.

Und so bin ich dann wieder voller Motivation und Trainingseifer in die neue Woche gestartet.

Euer Thorsten

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